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Von Schleswig nach Lauenburg
Wandern mit Lotte

Die Wanderung ist lange geplant. Von Schleswig soll es nach Lauenburg gehen. In 11 Tagen.
Doch es werde 2 Touren:
Anfang Mai von Schleswig nach Selent
und Ende Juli bis Anfang August von Kiel nach Lauenburg.
nach Selent

Anfang Mai 2026 geht es los.
Zunächst nach Missunde, von dort soll uns die Fähre über die Schlei von Angeln nach Schwansen bringen. Die Missunde II war vor einigen Jahren außer Dienst gestellt worden, die neue Elektrofähre Missunde III sollte ihren Dienst übernehmen. Bei der Lieferung des neuen Schiffes war das alte verkauft worden. Für € 17.000,-. Aber es stellte sich heraus, dass der Betrieb mit der Neuen noch nicht möglich war, Nachrüstungen am Schiff und Umbauten an Land waren nötig. Und so kaufte man die Missunde II zurück, für € 100.000,-. Bei der Alten waren noch einige Ausbesserungen erforderlich, aber dann fuhr sie noch eine Weile. Erst wenige Tage vor unserer Wanderung nahm die Neue ihren Betrieb auf.

Eine gute Stunde Wanderung ab Fähre soll unser erstes
Etappen-Ziel sein, der Trekking-Platz Wildes SH bei Kosel.
Aber da verpasse ich die Zuwegung, und statt zurückzugehen setzen wir den
Weg fort, um irgendwo in der Nähe des Weges wild zu zelten.

Es findet sich aber kein geeigneten Platz; in der Nähe der Rinder ginge es so leidlich, aber wir wandern weiter.

Schließlich baue ich das Zelt in der Abenddämmerung am Strand auf, mit Blick über die Bucht auf Eckernförde.
Es wird kalt in der Nacht, und ich werde immer wieder wach, obwohl ich mit Jeans und Pullover im Schlafsack liege.
Lotte hat meine Jacke bekommen.
Am Tag 2 starten wir früh.

Vorbei am Begräbniswald geht es nach Dänisch Wohld.
Endlich ist es nicht mehr so kühl, und es ist Frühstückszeit.
Weil wir gestern viel zu weit gelaufen waren, haben wir heute etwas mehr Zeit.
Vorbei an einem Löwenzahn-Feld

geht es in Richtung Strand,

um Geocaches zu suchen.
Aber dann soll der Weg nur noch durch weichen Sand führen, und wir müssen den langweiligen Fuß-Radweg an der Bundesstraße nehmen.

Das Zimmer im Hostel Peanuts hatten wir schon vor dem
Abmarsch gebucht;
einmal wollen wir auf unserer Tour mit einem Dach über dem Kopf
schlafen.

Lotte ist müde, und sie rührt ihr Trockenfutter erst gar nicht an.
Auch ich bin nicht mehr munter und schlafe auf dem Sessel ein. Nach einem Stündchen
wach ich kurz auf und lege mich auf das Bett.
Gegen 18 Uhr erwache ich erneut. Lotte bekommt statt des
verschmähten Trockenfutters Pastete mit Haferflocken,
und ich esse ordentlich zu Abend. Und gleich danach geht es wieder ins Bett.
Und wir schlafen ordentlich aus.
So sind wir an Tag 3 deutlich später auf der Straße.

Und immer wieder gelb - hier der Raps.
Bei Birkenmoor finde ich einen Cache in einem Hügelgrab:
bei Kosel konnte ich das Hügelgrab-Versteck nicht finden;
beim Begräbniswald war nichts versteckt;
die kleinen Steine vom Vortag hätten gerade für ein Mäusegrab gereicht;
hier, beim Geochache Birkenmoor, ist der typische Aufbau eines Hügelgrabes nicht mehr vorhanden.

Und immer wieder gelb ...

Ich nehme nicht überall den richtigen Weg, und so kommt es auch zu Umwegen.

Über die Kieler Bucht nach Laboe
wollen wir die Fähre nehmen.
Bei unserer Ankunft am Anleger sehen wir sie gerade abfahren.
Macht nichts, in einer halben Stunde kommt das nächste
Schiff. Die Zeit reicht, um Lotte zu füttern.
Nebenan bietet eine Bude leckere Fischbrötchen an.
Doch bei der knappen Zeit begnüge ich mich lieber mit Müsliriegeln.
Aber es kommt keine neue Fähre.
Es dauert eine Weile, bis ich mitkriege, dass wir gar nicht am Anleger
Falkenstein sind
sondern am Anleger Strande. Hier fährt heute gar nichts mehr.
Zu Fuß sind es deutlich mehr als eine Stunde bis Falkenstein, aber was hilft's.
Kurz nach unserer Ankunft kommt die Fähre nach Möltenort.
Zwei Anlegestellen weiter sind wir auf der Ostseite der
Förde.
Und hier weist ein Schild in Richtung Campingplatz.
Wir gehen eine Straße mit beachtlicher Steigung hinauf.
Oben wieder ein Hinweisschild, diesmal hinunter.
Wenn wir den Förderadweg genommen hätten, wäre es dichter gewesen,
und wir hätten uns das Auf und Ab gespart.
Auf dem Platz sind noch Zeltplätze frei. Aber nicht für Hunde.
Besucher mit Wohnwagen oder Wohnmobil dürfen mit Hund auf den Platz, Leute mit
Zelt nicht.

Hinter dem Campingplatz befindet sich ein Wald.
Wir mühen uns den Hang hinauf, und oben finden wir einen schönen Platz für unser
Zelt.
Es wird zwar wieder kalt in der Nacht, aber auf dem Campingplatz hätten wir auch
gefroren.
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Tag 4, das Überzelt ist schon abgebaut, das Zelt leer geräumt, Lotte nutzt noch die Zeit im Inneren, bis ich das Gestänge abbaue und das Zelt in sich zusammenfällt. |
Wir gehen weiter. Aber das Wandern fällt mir schwer. Ich
atme kräftig.
Das Ziel in Lauenburg hatte ich schon lange aufgegeben.
Die heutige Etappe führt uns nach Selent.
Von dort will ich per Bus nach Hause fahren.

Bei der kleinen Schwimmerin machen wir eine unserer vielen Pausen.

Vorbei am Dobersdorfer See

geht es über Wald- und Wirtschaftswege

nach Selent.
Vor dem Turm der St. Servatius-Kirche machen
wir ein Abschluss-Selfie.
Und kurz darauf kommen Monika und Magnus an, um uns abzuholen.
Sie haben einen Maikringel von Bäcker Detlefsen aus Fleckeby mitgebracht,
genau das Richtige jetzt.

über Selent und Lübeck

nach Lauenburg

Ende Juli soll es weitergehen, diesmal mit Start an der
Kieler Förde.
Im Bus dorthinb schließt Lotte eine innige Freundschaft
...


und dann geht es auch schon los, zunächst auf die süd-östliche Seite der Förde.


Wir wandern eine Weile durch Kiel und die Vororte,
bis wir nach einigen Kilometern Probsteierhagen erreichen.
Eine Asphaltstraße führt jetzt durch einen Wald,
aber Lotte zeigt mir deutlich, dass sie in den Wald abbiegen will.
Also schlagen wir zwischen Buchen unser Zelt auf.

Wir gehen jetzt auf einem Weg, den wir auch im Mai schon
genommen hatten.
Bei der kleinen Schwimmerin hatten wir im Mai Rast gemacht, und Lotte will auch
jetzt diesen Platz ansteuern.
Auch im weiteren Verlauf kommen wir an vertrauten Streckenabschnitten vorbei.

Die St. Severin-Kirche in Selent, unser Endpunkt der
Mai-Wanderung.
Diesmal geht es weiter - südwärts, am See entlang..


Der Naturcampingplatz Selenter See hat viele freie Fläche.


Ich liege auf meiner Luftmatratze und gucke in den Himmel,
auch Lotte ruht, und ich habe es nicht eilig, unser Zelt aufzubauen.

Am nächsten Morgen kommen Wirrungen und Irrungen:
Wir wandern schon eine Stunde in einem riesigen Wald, bis wir nicht mehr
weitergehen dürfen -
Seeadlerschutzgebiet.
Eine Umleitung ist nicht ausgeschildert. Mit dem Navi sind wir bis Bauersdorf
gekommen,
aber nach der Frühstücks-Rast folgen wir der Beschilderung und nicht dem Navi;
ein Stück des Weges
gehen wir zurück.


Zum Gut Hohenhof gehört ein großer Teich - grün von
Entenflott.
Obwohl Lotte eigentlich keine Gelegenheit zum Baden auslässt, hier will sie nicht
hinein.

Rantzau hat ein unlesbar dreckiges Ortsschild.
Weiter nach Danau geht es über ein sehr rustikales Kopfsteinpflaster.

Und schließlich erreichen wir Malente. Bei Aldi kauf ich ein,
während Lotte draußen warten muss.
Eine gutherzige Frau kauft währenddessen im Markt eine Flasche Hella-Wasser für
den Hund -
die Eigenmarke ist ihr offenbar nicht gut genug. Aber Lotte nimmt ihr Wasser
nicht.
Sie trinkt lieber aus Pfützen, Gräben, Bächen ...
Die Frau überlässt mir die Flasche.
:
Am anderen Ende von Malente liegt der
Schwentine-Campingplatz.



Über Nathenkuhl geht es nach Eutin ...


und hinter Eutin wird es ärgerlich. Das Navi führt uns an
der B 76 entlang.
Über viele Kilometer ziehen wir auf einem Radweg neben der viel befahrenen Bundesstraße
daher.
Aber dann hört der Radweg auf, und wir müssten auf der Fahrbahn weitergehen.
Wir finden eine einsame Straße durch Süsel.
Die Straße mündet zwar wieder auf die B 76, aber hier gibt es wieder den Radweg,
und es ist nicht mehr weit bis Scharbeutz.

Der Campingplatz Seepferdchen befindet sich am
Ortseingang, und wir sind froh, endlich am Ziel zu sein.
Der Platz ist groß und voll. Am nächsten Morgen ist es schön, dass es
weitergeht.

Zunächst wandern wir ein Stück an der Ostsee entlang.
Aber dann sollen wir nach Ratekau abbiegen, und wir sollen wieder die B 76
nehmen,
wieder ohne Radweg. Und abermals Irrungen und Wirrungen,
bis wir schließlich auf einen Radweg gelangen, der neben der Fahrbahn nach Ratekau
führt.
Bei Rewe kaufe ich ein, und weiter geht es, das gebuchte Monteurzimmer befindet sich
im Ortsteil Kreuzfeld.

Ratekau

Wir müssen noch über eine Stunde weitergehen. Auf der
Autobahn herrscht reger Verkehr;
wir wandern auf einsamer Straße.

Blick aus dem Fenster des Monteurzimmers
Die Unterkunft ist ein Flopp. Die Buchung hatte nicht
geklappt, und ich muss für ein mäßiges Zimmer
fast das doppelte bezahlen, was eigentlich vorgesehen war. Eigentlich wollten
wir zwei Nächte bleiben,
so begnügen wir uns mit einér.
Bei Rewe hatte ich mir eine Flasche Wein gekauft, die hab ich mir verdient.
Die Monteurzimmer sind Teil eines ehemaligen Hotels. Die riesige Küche ist noch
vorhanden,
Mehrere Herde und Spülbecken stehen dort, aber es gibt kein Geschirr.
Zu Hause hatte ich vergessen, Lottes Napf einzupacken, und so musste ich in Kiel
einen neuen kaufen.
Ich war aber nur an einem Lidl-Markt vorbeigekommen, und dort gab es
Plastik-Müsli-Schalen im Dutzend.
Und da es in der Monteur-Unterkunft keine Gläser gibt, trinke ich den Wein aus
einer Müsli-Schale.
Schmeckt trotzdem gut.

Das Navi führt uns am nächsten Morgen noch einmal in die
Irre. Der Weg ist mit Bauzäunen gesperrt.
Aber auch jenseits der Bauzäune geht es nicht weiter, alles ist zugewuchert.
Auf angenehmen Wegen erreichen wir noch am später Vormittag Lübeck.



Nahe Burgtor: Lübecker Sommergarten

Den Apfel-Marzipan-Kuchen hab ich mir nicht bei
Niederegger gegönnt,
sondern bei einem Bäcker mit Außen-Sitzplätzen.
Schließlich habe ich Lotte dabei. Und besseren Kuchen hätte ich auch bei
Niederegger nicht bekommen.
In Lübeck hab ich mir ein kleines Appartement gebucht. Es ist klein und
funktionell, und wir fühlen uns wohl.
Der Blick aus
dem Fenster ist gefälliger als beim Monteurzimmer.
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Viele Geocache werden nicht gesucht. Aber einer liegt mir
am Herzen: Der Mistery Wer bin ich? Ich wurde im 18. Jahrhundert in Deutschland geboren und starb im Alter von nur 55 Jahren in Frankreich. Heutzutage würde man sagen, dass ich hochbegabt war. In jungen Jahren habe ich im Fach Philosophie promoviert. ...
Mit drei Jahren lernt Dorothea lesen und schreiben. Mit fünf Jahren wird sie in Mathematik unterrichtet, kann mit sieben den Satz des Pythagoras. Sie lernt Mineralogie, Naturwissenschaften und Philosophie. Zehn Sprachen wird sie auf Hochschulniveau beherrschen. Mit 17 Jahren erhält sie dann ihren Doktortitel. Am Festakt darf sie als unverheiratete Frau nicht teilnehmen. |
Mit google war das Rätsel gut zu lösen.
Die Geschichte hatte es mir angetan, und so nehm ich einen Umweg in Kauf,
um den Cache zu suchen. Aber ich finde ihn nicht und will schon aufgeben, da sehe
ich die Dose im Laub.
Die Enttäuschung ist vergessen,
Ich signiere das Logbuch und lege die Dose mit dem Logbuch in das Astloch eines nahen Baumes.
Das Foto schicke ich dem Owner, und er antwortet mir -
da wo ich die Dose hingepackt habe, da gehört sie auch hin.
Weiter geht es auf dem Drägerweg, einem langen
Rad-/Wanderweg von Lübeck
bis zur Nordspitze des Ratzeburger Sees.



Und abermals finde ich nicht den richtigen Weg.
Auf der Westseite des Ratzeburger Sees will ich nach wenigen Kilometern einen
Campingplatz erreichen.
Aber nach einem beachtlichen Stück des Weges bemerke ich, dass wir auf der
Ostseite sind, in Mecklenburg-Vorpommern.
Dort wollte ich eigentlich nicht hin, dort herrscht Leinenpflícht für Hunde.
Aber wir sind schon so weit gegangen,´da kehren wir nicht mehr um.
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Hier stoßen wir auch auf die erste Warnung vor dem
Eichenprozessionsspinner. Bis Lauenburg kommen wir noch an etlichen Warn-Schildern vorbei, und eine Rast unter Bäumen ist damit tabu. |


Auch an der Ostseite des Sees gibt es Campingplätze. Wir sind übrigens wieder in Schleswig-Holstein.
Bundespolizei in Ratzeburg



Streckenweise sind wir auf dem Alten Frachtweg unterwegs, einer historischen Handelsroute.

Bei der Kirche in Alt-Büchen rasten wir, bevor es zum
Einkaufen weitergeht nach Büchen.
Den Ort wollte ich ursprünglich gar nicht ansteuern, aber meine Vorräte sind
aufgebraucht.
Lediglich Hundefutter ist reichlich vorhanden.
Heute hab ich nur Brombeeren und Mirabellen gegessen, die ich häufig am
Wegesrand finde.
Von Büchen ist es nicht mehr weit bis zum nächsten Campingplatz.
Er liegt bei Witzeeze an einem kleinen Teich, dicht beim Elbe-Lübeck-Kanal.

Endspurt. Nico will uns in Lauenburg abholen, am Kanal führt
ein Rad-Wanderweg nach Lauenburg.
Bis Mittag dürften wir dort sein.




Und dann ist der Weg gesperrt. Bauarbeiten.
Die Umleitung ist unproblematisch. Das eine Schild finden wir im Gebüsch ...


Wir sind rechtzeitig an Ziel.
Ich kann noch in aller Ruhe Geocache suchen, bis Nico sich meldet, dass er
Lauenburg erreicht hat.
